der sprache die blumen
solo show vienna 2024
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Man kann seine Bilder hängen hören
Fritz Hortig, Der Sprache die Blumen
von Thomas Wisser
Der Titel von Hortigs gewohnt akyrologisch benannter Schau
Der Sprache die Blumen
lässt sich als Reverenz an die Zeichensysteme von Sprache wie Blüte
gleichermaßen lesen.
Wie in der viktorianischen Blumensprache, einer Semiologie der Gewächse,
in der Gefühle botanisch chiffriert und in Bouquets übermittelt wurden,
gibt Hortig der Sprache seiner Bilder ihre Blumen zurück.
Die Suche nach der Blauen Blume - ob Novalis! oder Dr. Octagon? - setzt
sich fort; der bedeutungsschwangere Austausch reproduktiver Sprossachsen
sei dabei anderen überlassen.
Angelehnt an Baudelaires opus magnum könnte man, Hortigs Sprache in Wort
und Bild betrachtend, von den Fleurs du Mal-ä-propre sprechen.
In seiner rasanten Hortikultur des Inneren beforscht er nach eigener
Angabe sein Selbst “mit hellen Fackeln”, lotet schillernd eine Art
Mitleid Crisis aus. Er sei “die ganze Blumenwiese”, oü toute enormité
fleurit comme une fleur.
Hortig zieht aus, zieht sich aus, unter seiner eigenen Prämisse, dass das
Herz dafür da sei, gebrochen zu werden; und er lässt es brechen.
In seinem Schaffen wollen Mensch und Werk nicht getrennt sein.
Er will befangen sein.